Die Donnerstag-Gesellschaft:
Ein Glanzpunkt in der Geschichte des Ortes Alfter

Die Idee zur Veranstaltung Donnerstag-Gesellschaft 2.0 und des im Anschluss gegründeten Arbeitskreises knüpft an die Gründung der Donnerstag-Gesellschaft im Februar 1947 und die erste bahnbrechende Ausstellung abstrakter Kunst am 20. Juli 1947 auf Schloss Alfter an. Schloss Alfter war nicht nur Treffpunkt namhafter Künstler, sondern wurde nach den Denkverboten, den Berufsverboten und den Kunstverboten der NS-Zeit zu einem Impulsgeber für eine neue freie Epoche.

Der Krieg und die damit verbundenen Zerstörungen der Städte trieben viele Künstler ins Vorgebirge, weil hier eine Chance des physischen Überlebens gegeben war. Der Hunger der Menschen war aber nicht nur physischer Natur, der Hunger nach politischer, literarischer und künstlerischer Auseinandersetzung war mindestens ebenso groß. Das „Rheinische Kleeblatt“ – Hubert Berke, Hann Trier und Joseph Fassbender – organisierte die ersten Treffen der Künstler; Fürst und Fürstin Salm-Reifferscheidt, beide sehr kunstinteressiert, nahmen den Ball auf und gaben mit ihren Räumen Künstlern unterschiedlichster Richtungen Gelegenheit und Rahmen zur Präsentation und Diskussion. Die Donnerstag-Gesellschaft wurde geboren. Elisabeth Langgässer, Rudolf Hagelstange, Dr. Toni Feldenkirchen, Dr. Hermann Schnitzler und Tiny Wirtz sind nur einige bekannte Namen der Gründungsmitglieder. Zu diesem Kreis gehörten aber auch viele Alfterer Bürgerinnen und Bürger. Rechtsanwalt Willi Weber, Ortsbürgermeister Heinrich Weiler, der Arzt Dr. Siegfried Schwartmann sowie der Schulrektor Franz Budëus gehörten zu ihren bekanntesten Vertretern.

Im Jahre 1997 wurde vom Kulturkreis Alfter mit einer großen Veranstaltung im Schloss Alfter an diese spannende Zeit erinnert und eine Broschüre zur Donnerstag-Gesellschaft erstellt. 2014 griff der Förderverein Haus der Alfterer Geschichte e.V. diesen Faden auf und erarbeitete eine Dokumentation der Donnerstag-Gesellschaft. Für die damit verbundene Ausstellung hatten auch viele Alfterer Familien ihre privaten Bilder von Berke, Trier und Fassbender zur Verfügung gestellt und so aufgezeigt, wie eng teilweise die Verbindung der Alfterer zu den Künstlern war. Einige Kontakte bestehen heute noch und wurden in die nächste Generation übernommen.

Mit der Ausstellung der Werke von Hubert Berke und Eva Ohlow im Juni/Juli 2019 haben wir diese Ereignisse erneut aufgegriffen. Der Arbeitskreis möchte die Erinnerung an die großartigen Künstler, welche die Kunst und Kultur der Nachkriegszeit in unnachahmlicher Weise geprägt haben, und die Erinnerung an die außergewöhnliche Bedeutung des Schlosses und des Ortes Alfter für das Wiedererwachen künstlerischen Lebens in der damaligen Zeit dauerhaft lebendig halten.

Damit richtet sich der Blick auf die Gegenwart. Es gilt, eine Basis zu schaffen für eine dauerhafte Präsenz der Künstler dieser Donnerstag-Gesellschaft im Bewusstsein der Region, für eine intensive Auseinandersetzung mit ihren Ideen und ihrem Schaffen. Gleichzeitig hoffen wir, dass wir damit auch einen Grundstein legen können für eine Wiederbelebung von Schloss Alfter als besonderem künstlerischen und kulturellen Treffpunkt.

Die Resonanz auf die Ausstellung und auf unsere Idee, das Thema Donnerstag-Gesellschaft in Verbindung mit Schloss Alfter lebendig zu erhalten, ermutigt uns, diesen Weg weiter zu gehen, zusammen mit der Gemeinde Alter und dem Rhein-Sieg-Kreis, zusammen mit den fachkundigen Projektpartnern, die ihr Interesse an der Mitwirkung inzwischen dokumentiert haben, zusammen auch mit unseren Förderern, ohne die wir nicht weiter planen könnten.

Gründungsteam Arbeitskreis Donnerstag-Gesellschft 2.0:

Diane Ihlefeldt, Leitung Arbeitskreis Donnertag-Gesellschaft 2.0; Dr. Bärbel Steinkemper, Vorsitzende Haus der Alfterer Geschichte; Luise Wiechert, Verwaltung, Schloss Alfter; Alexandra Runge, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit